Im Ausland kursieren nicht nur zum deutschen Vereinswesen zahllose Witze, die auf den Hang der deutschen Verbraucher zur Vereinsmeierei hinweisen sollen. Auch das deutsche Versicherungswesen erfreut sich als Mittelpunkt so manches Spaßes außerhalb Deutschlands großer Beliebtheit. Bei genauerer Betrachtung ist der Anlass für die Späße über die unterschiedlichen Versicherungspolicen, die in der Fremde mitunter mit Unverständnis aufgenommen werden, jedoch vielfach eher der Neid darauf, dass sich die Verbraucher hierzulande tatsächlich gegen fast alles versichern können.
Viele der Policen unterliegen bekanntlich einer Pflicht, die gesetzlich festgelegt sind und aus gutem Grund als wirtschaftlicher Schutzmechanismus im Versicherungsgesetz verankert sind.
Versicherungen dienen den Verbrauchern in zweierlei Hinsicht. Auf der einen Seite stehen die Policen für den Schutz der Versicherten selbst. Diese sollen vor finanziellen Konsequenzen geschützt, wenn ihnen durch Dritte oder bestimmte äußere Umstände ein Schaden entsteht. Im gleichem Maße dienen Versicherungsverträge aber dem Schutz anderer, die unverschuldet durch andere in Schwierigkeiten geraten, die ihnen nicht nur gesundheitliche, sondern auch wirtschafte Problemen einbringen können.
In diesem Punkt verfügen Versicherungen gar über eine doppelte Schutzfunktion. Denn während der Leidtragenden nach einem Unfall finanziell entschädigt wird, kann die passende Police dafür sorgen, dass der Verursacher nicht selbst für die entstehenden Kosten aufkommen muss. Hierbei spielt ebenfalls der Aspekt der Entschädigung eine wesentliche Rolle. Denn der typische Durchschnittsverbraucher wäre schlicht nicht imstande, die hohen Kosten nach einem Unfall aus eigener Tasche zu begleichen, die für die Schadensregulierung durch Wiederherstellungskosten, medizinische, therapeutische und andere Faktoren im Einzelfall entstehen können. Für diese Momente hat der Gesetzgeber die besagte Versicherungspflicht in verschiedenen Bereichen geschaffen, um wenigstens die Opfer von Unfällen oder anderen Versicherungsfällen möglichst umfangreich zu schützen und zu entschädigen.
Im Folgenden finden sich einige der wesentlichsten Versicherungen, die auf dem deutschen Versicherungsmarkt eine zentrale Rolle spielen. Eingehende Betrachtungen der verschiedenen Policen und ihrer Rahmenbedingungen und Zweckmäßigkeiten erfolgen an anderer Stelle. Gedacht ist diese Aufstellung vielmehr als kurzer Einstieg in die Bereiche der freiwilligen und der von staatlicher Seite als obligatorische Policen vorgeschriebenen Versicherungsmodelle
Formen von Pflichtversicherungen
Die Mehrheit der Pflichtversicherungen in Deutschland bezieht sich auf die gesundheitliche und soziale Absicherung. Allen voran die drei Policen Sozialversicherung, Rentenversicherung und Kranken-Pflegeversicherung. Bei Arbeitnehmern werden die Prämien für diese drei zentralen Pfeiler des Sozialstaats direkt über die Gehaltsabrechnungen eingezogen. Dabei wird ein Teil von Arbeitnehmer und einer vom Arbeitgeber übernommen. Bei Freiberuflern und Selbständigen entfällt zwangsläufig der Anteil für einen Arbeitgeber, der Berufstätige entrichtet die entsprechenden Beitrage (die sich auch hier natürlich auf Basis des jeweiligen Einkommens berechnen) allein. Entlastungen gibt es etwa für Freiberufler in Form der so genannten Künstlersozialkasse. Im Falle einer vorliegenden Arbeitslosigkeit werden die Kosten von den zuständigen Arbeitsagenturen getragen.
Eine der Pflichtversicherungen, die zwar dem Versicherungsnehmer als finanzieller Schutz dienen soll, aber vor allem Unfallopfer schützen soll, ist die Kfz-Haftpflichtversicherung. Wer als Fahrzeughalter am Straßenverkehr teilnehmen will, muss grundsätzlich eine solche Police abgeschlossen haben. Kommt es zum Ernstfall, übernimmt die Versicherung wenigstens die Behandlungs-, Rehabilitations-, und andere Kosten, die Opfern zusätzlich zu den Schäden am Fahrzeug entstehen können. Auf die Pflicht der Kfz-Haftpflichtversicherung haben die Bürger zwar keinen Einfluss. Selbigen können sie aber durch die objektive Auswahl der günstigsten Tarife ausüben, die sich ihnen über den
Kfz Versicherungs Vergleich in ausführlicher Weise vornehmen lässt, ohne am Ende zuviel zu zahlen.
Wie umfangreich der Versicherungsschutz jeweils ausfällt, entscheiden die Versicherten selbst. Denn neben der Basisausstattung finden sich vielfältige Möglichkeiten, sich zusätzlich abzusichern, um für alle Eventualitäten vorzusorgen. Hierbei nehmen die Modelle der Teil- und Vollkasko-Versicherungen eine wesentliche Rolle. Durch diese verschiedenen Modelle können Versicherungsnehmer zusätzliche Vorsorgemaßnahmen treffen. Denn nicht jede Police enthält optimalen Versicherungsschutz. Welcher Versicherungsschutz in diesem Bereich sinnvoll ist, hängt maßgeblich auch vom Wert des Fahrzeugs ab.
In vielen Bereichen der Pflichtversicherungen sahen und sehen sich die deutschen Verbraucher in den vergangenen Jahren mit deutlichen Abstrichen konfrontiert. In vielen Fällen lohnt der Abschluss von Zusatzversicherungen, um den wichtigen Versicherungsschutz im optimalen Umfang aufrechtzuerhalten. Diesen speziellen Rahmenbedingungen widmen wir uns in den kommenden Abschnitten.
Als Quasi-Pflichtversicherung kann die Privathaftpflichtversicherung verstanden werden. Immer wieder kommt es dazu, dass aus Versehen etwas zu Bruch geht oder unabsichtlich jemand verletzt wird. Die Verursacher sind in solch unschönen Momenten mit einer Privathaftpflichtversicherung gut ausgestattet, um nicht langfristig für entstandene Schäden aufkommen zu müssen. Bei Familien empfiehlt sich die Mitversicherung der Kinder und Partner.
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Im Grenzbereich zwischen Pflicht und Freiwilligkeit liegt inzwischen die Gebäudeversicherung. Sie ist grundsätzlich nicht mehr als obligatorische Police zu verstehen. Dennoch werden Hausherren in spe kaum um den Abschluss einer entsprechenden Versicherung herumkommen. Denn: Wer Immobilien selbst finanziert, wird mit dieser Police die eigenen Investitionen absichern wollen für den Fall der Fälle. Erfolgt der Immobilienerwerb mit finanzieller Unterstützung einer Bank, wird selbige in der Regel auf einer Gebäudeversicherung als Sicherheit bestehen.
Sinnvolle Ergänzungen zu den Pflichtversicherungen?
Insbesondere im Renten- und Gesundheitssystem gab es seit den 1980er Jahren gravierende Einschnitte. Den Satz „die Renten sind sicher“ des damaligen Bundesministers Norbert Blüm würde heute vermutlich kein Versicherungsexperte mehr in dieser Form unterschreiben.
Und auch bei der Krankenversicherung kann schon lange nicht mehr vom früheren Rundum-Schutz gesprochen werden. Über die Jahre nimmt der Staat die Verbraucher selbst stärker in die Pflicht. Wer als Versicherter den bestmöglichen Schutz genießen will, muss selbst aktiv werden. Chefarzt-Behandlung, Zahnzusatzversicherungen und Krankenhaustagegeld sind nur drei Möglichkeiten der Zusatzabsicherung, aus der sich die Versicherungsnehmer aus einem enormen Portfolio verschiedener Extra-Policen auf Basis der eigenen Vorstellungen bedienen können. Dann wenigstens, wenn man sich die Ausgaben leisten kann. Nicht jede Police ist jedoch unbedingt erschwinglich.
Lohnend sind solche Ergänzungen allerdings gerade im Bereich der Dental-Medizin. Die geforderten Eigenanteile für die Patienten fallen in vielen Fällen so hoch aus, dass ohne eine Zahnzusatzversicherung auf optimale Versorgung zugunsten einer Standardversorgung verzichten werden muss.
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Im Bereich der bereits erwähnten Rentenversicherung finden sich ebenfalls vielfältige Ansätze, um die staatliche Rentenleistung aufzubessern. Denn für die meisten Arbeitnehmer, die ohnehin bis zur Rente schon deutlich länger aktiv im Berufsleben gestanden haben werden als die Generationen vor ihnen, werden die Rentenansprüche eher nicht ausreichen, um das stetig teurer werdende Leben in Gänze über die zustehende Rente finanzieren zu können.
Mögliche Konzepte, die der Staat in diesem Bereich mit einer Förderung bedacht hat, sind die Riester Rente oder das Modell der Rürup Rente. Beide Varianten verstehen sich als private Zusatzversicherung, bei denen die Verbraucher selbst durch die Festlegung ihrer Ausgaben in einem gewissen Maß Einfluss auf die späteren Bezüge der Zusatzrente nehmen können. Allerdings gibt es staatlich festgelegte Obergrenzen, durch die bestimmte Rentenzahlungsgrenzen nicht überschritten werden können.
Inzwischen können einige der privaten Rentenmodelle auch als Möglichkeit zur Immobilienfinanzierung eingesetzt werden. Denn gerade dieser Tage ist Eigentum die denkbar beste Altersvorsorge. Der Einfallsreichtum der Versicherungsgesellschaften kennt kaum Grenzen. Prüfen sollten die Verbraucher vor dem Vertragsabschluss, welche Policen für die eigenen Lebensumstände wirklich passend ist. Ohne diese Analyse der persönlichen Situation entstehen vor allem Kosten, aber nicht unbedingt ein messbarer Nutzen.
Freiwillige Versicherungspolicen auf dem deutschen Markt
Während der Bereich der Pflichtversicherungen vielleicht vergleichsweise überschaubar sein mag, gibt es bei den auf rein freiwilliger Basis abzuschließenden Versicherungsmodellen fast nichts, was es nicht gibt.
Doch welche der verschiedenen Versicherungspolicen ratsam sind, offenbart sich oft erst, wenn es zum Schadensfall kommt.
Als berufliche Absicherung kann die Berufsunfähigkeitsversicherung verstanden werden. Kommt es infolge eines Arbeitsunfalls zu einer vorübergehenden oder gar dauerhaften Arbeitsunfähigkeit oder einer Einschränkung, können solche Versicherungspolicen helfen, die Lebenshaltungskosten auch weiterhin ohne festes monatliches Einkommen bewältigen zu können. Die genauen Leistungen können diesbezüglich von Anbieter zu Anbieter deutlich variieren, weshalb auch hier eine ausführliche Prüfung der verschiedenen Voraussetzungen vorzunehmen ist, vor der Unterzeichnung des Versicherungsvertrages.
Sinnvoll ist im Grunde immer eine so genannte Hausratversicherung. Mithilfe dieser Police schützen sich Versicherungsnehmer gegen Schäden infolge von Einbrüchen, Unwettern oder anderen unvorhersehbaren Komplikationen, bei denen teils erhebliche Schäden und somit hohe Kosten verursacht werden. Wichtiger Bestandteil der Planungen ist hierbei vor allem die Bestimmung der maximalen Versicherungssummen auf Basis des Wohnraums und der vorhandenen Wertgegenstände im Wohnumfeld. Darüber hinaus sollten Versicherungsnehmer auf Haftung bei Schäden an oder zugehörigen Garagen oder Carports achten. Abgedeckt werden im Idealfall auch Schäden als Folge von Vandalismus, Diebstahl oder höherer Gewalt.
Beruflich wie privat kann die Rechtsschutzversicherung inzwischen viele Verbraucher überzeugen. Sie hilft dabei, dass Versicherte zu ihrem Recht kommen, ohne dass fehlende finanzielle Reserven im vorhinein einer Prozessführung in Wege stehen können. Diese Versicherungen helfen unter anderem, wenn eine möglicherweise unrechtmäßig ausgesprochen Kündigung aufgehoben werden soll. In zunehmendem Maße wird die Rechtsschutzversicherung auch für die Probleme aus dem Bereich des Miet- und Wohnrechts offeriert. Eigenbedarfskündigungen können schnell zu Auseinandersetzungen zwischen Mietern und Vermietern führen. Inzwischen bieten die Versicherungsgesellschaften Rechtsschutzversicherungen für nahezu alle unterschiedlichen Rechtsbereiche an. Für Ottonormalverbraucher sind in der Regel die Kombi-Pakete ohne Spezialisierung interessante Angebote.
Der Titel „Haftpflichtversicherung“ ist in vielen Fällen etwas missverständlich. Denn der Aspekt der Pflicht bezieht sich auf die Haftung selbst. Nur bei der Kfz-Haftpflichtversicherung handelt es sich um eine Pflicht der Absicherung. In anderen Bereichen kann die Haftpflichtversicherung aber dennoch durchaus sinnvoll sein. So etwa, wenn Verbraucher stolze Hunde- oder Pferdebesitzer sind.
Auch wenn man an diesen Fall nicht denken will. Schneller als man denkt, bricht das Pferd beim Ausritt aus oder der Hund reißt sich von der Leine, weil er trotz guter Ausbildung von seinem Jagdinstinkt leiten lässt. Läuft der Vierbeiner bei einem solchen Zwischenfall auf die Straße können die Schäden durchaus dramatische Ausmaße annehmen. Die Kosten für solche Policen sind meist überschaubar hoch.
Hinterbliebenenschutz im Versicherungssektor
Die Lebensversicherung kann auf zwei Weisen eine gute Wahl aus dem Bereich der Versicherung sein. Einerseits ist die klassische Variante oder die Alternative der Risiko-Lebensversicherung natürlich ein guter Weg sein, um die eigene Familie finanziell nach einem Todesfall abzusichern. Dies gilt insbesondere dann, wenn Kredite vorhanden sind, die von den Angehörigen eines Alleinverdieners nicht dauerhaft bedient werden könnten. Zudem kann die Lebensversicherung eine (mehr oder weniger) lukrative Form der privaten Altersvorsorge sein, die am Ende der vereinbarten Laufzeit als Einmalzahlung oder als monatlicher Anteil ausgezahlt wird.
Zunehmend kann eine bestehende Lebensversicherungspolice als Kredit-Sicherheit eingesetzt werden. So wird mancher hoffnungsvolle Antragsteller seinen
Kredit nur deshalb bekommen, weil die Lebensversicherung von der Bank als Absicherung gegen Kreditausfälle anerkannt wird. So können mitunter sogar zinsliche Vorteile entstehen für die Kreditnehmer.
Ähnlich funktioniert die so genannte Restschuldversicherung, die mittlerweile als fast obligatorisch angesehen wird von den Kreditinstituten, seit die Finanzkrise vielerorts zu einem deutlich höheren Ausfallrisiko bei den Krediten geführt hat. Mittels des Abschlusses einer Restschuldversicherung ist sichergestellt, dass offene Kreditschulden von den Versicherungsanbietern weiter beglichen werden, wenn der Versicherungsnehmer aus gesundheitlichen oder beruflichen Gründen nicht mehr selbst für die monatlichen Tilgungen aufkommen kann. auch hier ist der Todesfall mit eingeschlossen.
Versicherungen: Teils verzichtbar, teils unersetzliche Hilfe im Alltag
Wenn es zu einem Zwischenfall kommt, ist es zwangsläufig zu spät, um eine Versicherungspolice abzuschließen. Dementsprechend früh sollten Verbraucher nicht nur an den Abschluss der Pflichtversicherungen denken. Auch und gerade bei den freiwilligen Policen ist es nicht zuletzt auch aus finanziellen Gründen sinnvoll, frühzeitig an den Versicherungsschutz zu denken. So wirkt sich ein höheres Alter etwa bei etlichen Policen aus dem Gesundheitssektor negativ auf die zu erwartenden Beiträge aus. In gleicher Weise gilt es für gesundheitliche Vorbelastungen, die aus nahe liegenden Gründen in jungen Jahren weniger wahrscheinlich sind als bei Verbrauchern im sprichwörtlich besten Alter.
Die Methode „versichere, wer kann“ ist sicherlich nicht die empfehlenswerte Vorgehensweise. Entscheidungen zum Abschluss wichtiger Policen sollten stets Hand und Fuß haben und einer erneuten objektiven Prüfung standhalten können. Zutreffend ist jedenfalls, dass viele der freiwilligen Policen ein guter Weg sind, um im Ernstfall zu seinem guten Recht zu kommen und nicht vor dem finanziellen Aus zu stehen, wenn man einen Unfall verschuldet hat. Mit der Unterstützung von Experten und Vergleichsangeboten lassen sich zügig erste Einschränkungen vornehmen, um den Kreis der sinnvollen Policen einzugrenzen und die Angebote herauszufiltern, die zwar nicht unbedingt günstig sind, sonst aber kaum einen Mehrwert bringen. Tests zeigen immer wieder, dass bei Versicherungen eben Teueres nicht automatisch auch als gut bezeichnet werden kann.