Im Zuge der starken Verbreitung des Onlinebankings wird die klassische Bankfiliale von den allermeisten Kunden nur noch zum Bargeldbezug aufgesucht. Doch, warum sollte man überhaupt die meist sehr hohen Gebühren einer Filialbank bezahlen, wenn man deren Leistungen nicht in Anspruch nimmt?
Vor zehn Jahren war die Bankenwelt noch in Ordnung. Viele Konten wurden bei einer ortsansässigen Bank geführt – meist gegen hohe Gebühren. Doch durch die zunehmende Verbreitung von Computern steigen mehr und mehr Bundesbürger auf ein kostenloses Girokonto bei einer Direktbank um. Der Vorteil: Neben einer kostenlosen Kontoführung bieten diese Banken viele Leistungen, wie Kreditkarten, für lau. In Folge des Kundenschwunds gründeten auch viele etablierte Institute Direktbanken, die ohne eigene Filialen auskommen, wie die comdirekt der Commerzbank oder die 1822bank der Frankfurter Sparkasse.
Wie bereits erwähnt, bieten Direktbanken zahlreiche attraktive Vorteile:
- kostenfreie Kontoführung - Onlinebanking - kostenlose EC-Karte - meist kostenlose Kreditkarte - häufig attraktive Zinssätze - teilweise kostenloses Depot - weitere Vorteile je nach Bank - gute Kredit Konditionen
Auf den ersten Blick scheint die Bargeldbeschaffung ein großes Problem, welches sich allerdings bei einer genaueren Betrachtung erübrigt. Neben dem Sparkassen- und Genossenschaftsbankenverbund (BankCard ServiceNetz) mit 22.000 bzw. 17.000 Automaten existieren unter den Privatbanken zwei weitere Netzwerke, zum einen die Cash Group, der unter anderem die Deutsche Bank, die Commerzbank sowie die Postbank angeschlossen sind, mit über 7.000 Bargeldbezugsmöglichkeiten, zum anderen der CashPool mit ca. 2.300 Automaten. Einem dieser Verbünde sind die meisten Direktbanken angeschlossen. Auch der von Kritikern häufig bemängelte Service entspricht im allgemeinem dem einer Filialbank, wobei man natürlich auf eine persönliche Beratung verzichten muss. Hingegen stehen das Internet und Telefon zur Kontaktaufnahme zur Verfügung. Auch die Statistik bestätigt die überaus guten Leistungen der Direktbanken: Nach einer aktuellen Studie des Ipos-Instituts im Auftrag des Bundesverbands deutscher Banken besaßen im April knapp 10 Millionen Bundesbürger ein Konto bei einer Direktbank; im August 2006 waren es noch 3,7 Millionen. Aufgrund dieses rasanten Wachstums bieten auch immer mehr etablierte Banken Direktbank-Angebote an.
Fazit: Die Bankenwelt ist in Bewegung, sodass der Überblick über die unterschiedlichen Angebote äußerst schwer fällt. Überlegen Sie vor der Auswahl eines Instituts, welche Anforderungen Sie persönlich haben, beispielsweise eine kostenlose Kreditkarte oder ein Depot ohne Zuatzkosten. Doch lassen Sie sich nicht von den Werbeversprechungen der Banken blenden, meist erhält das Kleingedruckte der Angebote zahlreiche Einschränkungen. Durch einen Bankenwechsel lassen sich im Idealfall mehr als 100 Euro pro Jahr einsparen.